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Einrichtung und Ausstattung

Die Kirche wurde vom Kaiserhaus nicht nur gegründet, sondern auch laufend gefördert. Vielfach ist ein Besuch von Mitgliedern des Kaiserhauses im Zuge einer Jagd im "Lainzer Tiergarten" belegt. Mariabrunn kann als eine der "Hofkirchen" bezeichnet werden. Dies spiegelt sich auch in der überaus wertvollen Inneneinrichtung wider, die aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Die ursprüngliche Ausstattung ging in den Wirren der zweiten Türkenbelagerung verloren bzw. wurde danach ersetzt.

Pfarrkirche Mariabrunn

In der Mitte des Hochaltars steht die aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden Marienstatue (Lindenholz, spätgotisch/Frührenaissance). Ihr Bildhauer ist unbekannt.

Der Altar ist von Gott Vater mit der Weltkugel, dem Heiligen Geist und den Erzengeln Gabriel und Raphael bekrönt. Die Marienstatue hat unter sich die Mondsichel, hinter sich die Strahlen der Sonne und über ihr hält der dritte Erzengel, Michael, den Sternenkranz. Die lebensgroßen Figuren unterhalb der Madonna stellen den hl. Augustinus und seine Mutter Monika (beide im Ordensgewand der hier tätig gewesenen Unbeschuhten Augustiner) dar sowie den hl. Zacharias und die hl. Elisabeth, die Eltern von Johannes, dem Täufer (Hinweis auf das Patrozinium Maria Heimsuchung). Am davor freistehenden Tabernakelaltar sind zwei Seraphine (Engel mit vier Flügeln) dargestellt. Der gesamte Altar ist aus Holz, wirkt aber wie Marmor.

Vom Altarraum führen vier Türen in Nebenräume, darüber vier Fenster in Räume des ehemaligen Klosters. Vor diesen Fenstern sind geschnitzte Gitter und oberhalb derselben je zwei Engel, die Attribute der lauretanischen Litanei in Händen halten (Turm Davids, Morgenstern, geheimnisvolle Rose, etc.).

Die Kirche hat sechs Seitenaltäre in Kapellennischen (alle erste Hälfte 18. Jahrhundert) mit prächtigem Stuck an der Stirnseite. Bei vier Altären wurden vor Jahren übermalte Deckenbilder aus der Bauzeit der Kirche freigelegt. Sie sind in Freskotechnik gemalt, die farbige Fassung des Stucks und die Ziermalerei hingegen in Seccotechnik. Eine Kombination aus dekorativer Bemalung und farbig gefasstem Stuck findet sich sonst nirgends in Mitteleuropa.

Der Kreuzaltar zeigt etliche Szenen der Passion sowie Engel, die die Marterwerkzeuge (Nägel, Hammer, Dornenkrone, etc.) halten und weitere in der Leidensgeschichte erwähnte Gegenstände (Waschschüssel des Pilatus, Schwamm, Ohr des Malchus, Würfel für die Verlosung des Gewandes Jesu, etc.). Das lebensgroße Kreuz ist älter als die Kirche und wurde 1613 bei einer großen Wallfahrt nach Mariabrunn in die damalige kleine Kapelle gebracht. Der barocke Strahlenkranz statt einer Dornenkrone sowie das Lendentuch, das an der Seite hinaufzuschweben scheint, zeigt nicht mehr den Schmerzensmann, sondern Christus, den Erlöser. Der gegenüber liegende Altar zeigt in der erwähnten Art Bilder von Rochus und Sebastian. Das Altarbild ist "Maria vom Trost" (eine für die Augustiner typische Darstellung) und anbetend Karl VI. und Gattin, die Eltern der Kaiserin Maria Theresia.

Die mittleren Seitenaltäre sind Marmor bzw. Marmorimitation. Sie zeigen Augustinerheilige (u.a. Nikolaus von Tolentino) bzw. die drei Jagdpatrone Eustachius, Hubertus und Ägydius. Ihr Altar wurde von der Bruderschaft der im hiesigen kaiserlichen Jagdgebiet tätigen Jäger gestiftet, im Spendenbuch ist unter anderem auch Prinz Eugen mit einer namhaften Summe eingetragen.

Die hinteren Seitenaltäre sind der hl. Anna, der Mutter Mariens, bzw. den "österreichischen" Heiligen Johannes Nepomuk, Florian und Leopold geweiht. Die Deckenbilder in diesen beiden Altarnischen passen thematisch nicht mit den heutigen Seitenaltären zusammen. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des hl. Wilhelm (nördlich) und der hl. Monika (südlich). Vermutlich waren die Vorgängeraltäre diesen beiden von den Augustinern verehrten Heiligen geweiht. Das Altarbild des Annenaltars schuf Johann Georg Schmidt (der "Wiener Schmidt") 1723.

Die prächtige Barockkanzel mit den Allegorien Glaube, Hoffnung und Liebe (symbolisiert durch Augustinus am Schalldeckel) und der Kirche (von Engeln gehaltene Kapelle), die geschnitzten Kirchenbänke (spätes 17. Jahrhundert) und ein Marmorepitaph für Lukas von Hildebrandt (1745) sind beachtenswert.

Orgelempore der Pfarrkirche Mariabrunn

Die Orgel wurde 1734 vom bekannten Orgelbauer Gottfried Sonnholz gebaut. In Erfüllung eines Gelübdes hat er dies nicht nur ohne Bezahlung getan, sondern auch die prächtige Brüstung der für die Orgel erweiterten Empore gespendet.

Die Kirche wird unter der Orgelempore mit einem schönen Schmiedeeisengitter mit der eingearbeiteten Jahreszahl 1715 abgeschlossen.



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